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Mensch-Umwelt Beziehungen

Wechselbeziehungen zwischen Menschen und ihrer Umwelt spielen in der Geschichte der Menschheit seit jeher eine prägende Rolle. Heute werden sie vielfach als problematisch und vulnerabel angesehen. Neben dem globalen Klimawandel und Biodiversitätsverlust verändern auch regionale Degradationserscheinungen und Ressourcenverknappungen vielerorts grundlegend die Lebensbedingungen. 

Auf diese Veränderungen antworten lokale, nationale und internationale Maßnahmen, die die Grundlagen für nachhaltige Nutzung und Resilienz schaffen wollen: Biodiversitäts-, Arten- und Landschaftsschutz, Maßnahmen zur Reduzierung von Treibhausgasen und Versuche, an den Klimawandel angepasste Mensch-Umweltbeziehungen zu fördern.

Das Forschungs- und Lehrnetzwerk für die ethnologische Erforschung der Dynamik von Mensch-Umweltbeziehungen ist seit nunmehr drei Jahrzehnten fest am Kölner Institut für Ethnologie etabliert. Die Mitglieder des Netzwerks tragen durch ihre unterschiedlichen Forschungs- und Lehraktivitäten auf nationaler und internationaler Ebene zum Austausch und zu Debatten unter Wissenschaftler_innen bei. 

Die zentralen Forschungsprojekte und deren Mitarbeiter_innen stehen durch regelmäßige Treffen in Lesegruppen und Veranstaltungen in engem Austausch. 

Mensch-Umweltbeziehungen im B.A.- und M.A.-Studium

Im Bachelorstudium wird der Schwerpunkt in den Aufbaumodulen 3 + 4 (AM 3 + 4) eingeführt. 

Im Masterstudium wird der Schwerpunkt im Mastermodul "Sozioökonomie und Mensch-Umwelt Beziehungen" (SM 1) berücksichtigt.

Methodische Ausbildung

In der methodischen Ausbildung wird Wert auf eine umfassende multi-perspektivische und praktische Ausbildung gelegt. Die Lehrveranstaltungen vermitteln sowohl Kenntnisse der qualitativen und quantitativen Sozial- und Kulturforschung als auch eine Sensibilisierung für die methodischen Zugänge benachbarter Disziplinen.

Feldforschungsübungen 

Sie erwerben praktische Kompetenzen in diesem Feld durch eigenständig durchgeführte Feldforschungsübungen. Die kritische Reflexion diskursiver Strukturen im Bereich Mensch-Umweltpolitiken, methodische und theoretische Zugänge der ethnologischen Mensch-Umweltforschung sowie die Grenzen und Möglichkeiten interdisziplinärer Ansätze stehen im Fokus.

Erwerb praktischer Kenntnisse im Bereich der kulturwissenschaftlichen (ethnologischen) Umweltforschung 

Sie erwerben durch einschlägige begleitete Praktika, intensiv vorbereitete empirische Abschlussarbeiten sowie die Mitarbeit in Projekten praktische Erfahrungen im Kontext von Projektzusammenhängen, die die Steuerung von Mensch-Umweltbeziehungen garantieren sollen. 

Ziel des Schwerpunktes ist es, Studierenden ein fachlich spezialisiertes und kritisches Verständnis verschiedener Ansätze der ethnologischen Mensch-Umweltforschung zu vermitteln. Folgende Ansätze spielen dabei eine besondere Rolle:

  • Globalisierungsforschung und lokale Mensch-Umweltbeziehungen; 
  • Institutionenlehre und die Entstehung und der Erhalt sozialer Institutionen des Umweltmanagements;
  • Perspektiven der politischen Ökologie auf soziale Ungleichheit, Macht und Umwelt;
  • Kognitions- und kritische Wissensforschung und ihr Zugriff auf Mensch-Umweltfragen.

Sie lernen, wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse unter Berücksichtigung von gesellschaftlichen, ethischen und wissenschaftlichen Kriterien zu erzielen, angemessen darzustellen und zu kommunizieren.

Themenfeld im Schwerpunkt Mensch-Umweltbeziehungen

Gemeinsamer Ausgangspunkt des Schwerpunktes sind die Verflechtungen zwischen menschlichem Handeln in kulturell und bio-geophysisch konstruierten Umwelten, Wahrnehmung von und Wissen über ökologische Prozesse, Institutionen des Managements natürlicher Ressourcen, lokalen sowie globalen Machtkonstellationen und Moralitäten und Überzeugungssystemen. Die durch Ethnolog_innen beobachteten lokalen Prozesse sind intensiv mit globalen Dynamiken verbunden. Fragen der Globalisierung und Lokalisierung von Mensch-Umweltbeziehungen sind integraler Bestandteil der Forschung und Lehre des Schwerpunktes. 

Unterschiedliche Gegenstandsbereiche der Mensch-Umweltforschung spielen in Lehre und Forschung eine Rolle wie z.B.:

  • die Antworten auf und insbesondere Anpassungen an globalen Umweltwandel;
  • soziale Institutionen und das Management natürlicher Ressourcen;
  • die unterschiedlichen Institutionen des Managements natürlicher Ressourcen und Faktoren wie Gender, Wahrnehmung und Überzeugungssysteme in Bezug auf die Umwelt;
  • Mobilität und Umweltnutzung;
  • Ressourcenkonflikte und Politische Ökologie;
  • das Aufeinandertreffen von verschiedenen umweltbezogenen Wissensarten und Weltanschauungen/ ontologischen Prinzipien;
  • Aushandlung verschiedener Formen des Ressourcenschutzes sowie
  • Wahrnehmung und normative Bewertung von Umweltprozessen.

Für die Region Ozeanien werden in Seminaren regelmäßig insbesondere die Themen Landrechte, Bergbau und Klimawandel vermittelt. In Südostasien liegt ein zentraler Schwerpunkt auf den Ursachen von Entwaldung (wie z.B. Holzeinschlag, Palmölexpansion und Bergbau), deren sozioökonomischen Auswirkungen und den Rechten ethnischer Minderheiten/indigener Bevölkerungsgruppen.

WiSe 2015/16 Haug: Umweltveränderungen, Kulturwandel und Kontinuität in Südostasien

SoSe 2015 Haug: Kultur, Ressourcen und Konflikt: Bergbau als Gegenstand ethnologischer Forschung

SoSe 2015 Pascht: Untergang oder Anpassung? Klimawandel in Ozeanien

WiSe 2014/15 Pascht/Haug: Eine Neue Wende? Die Ontologie-Debatte in der Ethnologie

WiSe 2013/14 Greiner: Food and Food Security

SoSe2013 Bollig/Greiner: Klima und Klimawandel – Ethnologische Perspektiven

WiSe 2012/13 Haug: Frauen und natürliche Ressourcen im ländlichen Indonesien

WiSe 2012/13 Haug: Einführung in die politische Ökologie

WiSe 2011/12 Haug:  Die politische Ökologie der Wälder Südostasiens

SoSe 2011 Haug/Pascht: Ethnologische Perspektiven auf den Klimawandel

WS 2009/10 Haug: Ethnische Minderheiten und Ressourcennutzung in Südostasien

SoSe 2009 Haug: Community Based Natural Resource Management

Workshops des GSSC 

Januar 2016, Workshop zur Political Ecology mit Eric Swyngedouw (Manchester University, UK)

Dezember 2015, Agrarian Change in the Great Lakes Region, Africa (mit An Ansoms, Catholic University Leuven, Belgium)

März 2015, Hunting in contemporary Africa

Juni 2014, Challenges in Land Tenure, Agrarian Change and the Future of Small Scale Farming in Sub-Saharan Africa (mit Pauline Peters, Harvard University, US)

Suresh Babu (JNU New Delhi, India): Dialectics of green knowledge and social justice: Critical understanding of environmental movement in India (Juli 2015)

Martin Coy (Universität Insbruck, Österreich): Im Griff der Globalisierung: Das Agrobusiness in Brasilien und seine Folgen (Juli 2015)

Lee Boon-Thong (Nilai University, Malaysia): Urban green space management for a garden nation (Juni 2015)

Monsicha Bejrananda (KhonKaen University, Thailand): Incidents of the conflict over urban green space: Cases from northeastern Thailand (Juni 2015)

Andrea Behrens (Universität Halle, Germany): Oil in Chad. About the interlocking of land, kin, money, and the production of order and disorder (Mai 2015)