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Dr. Michaela Haug

Kurzbiografie

Ich habe Ethnologie, Kunstgeschichte, Malaiologie und Philosophie in Karlsruhe, Köln und Yogyakarta, Indonesien studiert. Von 2003 bis 2006 habe ich als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Ethnologie an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg gearbeitet und dort 2009 im Rahmen des interdisziplinären Forschungsprojekts "Making Local Government more Resposive to the Poor: Developing Indicators and Tools to Support Sustainable Livelihood under Decentralisation" in Ethnologie promoviert. Seit 2007 arbeite ich als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Ethnologie der Universität zu Köln.

Meine Forschungsschwerpunkte sind sozialer, ökonomischer und politischer Wandel, Mensch-Umwelt-Beziehungen, Ungleichheit, Gender, Entwicklung und Nachhaltigkeit. Mein regionaler Schwerpunkt liegt auf Südostasien, Indonesien und insbesondere auf der Insel Borneo wo ich seit 2000 forsche.

Meine Publikationen behandeln die folgenden Themen: Ressourcenwahrnehmung und Landrechte, Armut und wellbeing, Dezentralisierung, Marginalisierung, die Ölpalmexpansion in Indonesien, und die genderspezifischen Auswirkungen von Umweltveränderungen und wirtschaftlichem Wandel auf Borneo.

In der Lehre vertrete ich die Themenfelder Methoden der Ethnologie, Mensch-Umwelt-Beziehungen, Sozioökonmie, politische Ökologie und Gender

Akademische Mitgliedschaften

Senior Researcher am Global South Studies Center Cologne (GSSC)

Thematische Interessen und regionale Schwerpunkte

Sozialer, ökonomischer und politischer Wandel, Mensch-Umwelt-Beziehungen, Wirtschaftsethnologie, Ungleichheit, Landrechte, Ressourcenmanagement, Politische Ökologie und Gender.

Südostasien, Indonesien, Borneo.

Forschungsprojekte

Gender, (In-)Equality and Economic Change

Laufende Post-Doc Forschung mit Feldforschung in Indonesien

Das Forschungsprojekt untersucht die genderspezifischen Auswirkungen von rezenten wirtschaftlichen Wandelprozessen und Umweltveränderungen auf das Geschlechterverhältnis der Dayak Benuaq. Dazu werden die gegenwärtigen Geschlechterverhältnisse der Dayak Benuaq systematisch auf drei Ebenen erfasst: der ideellen Ebene, der normativen Ebene und der Ebene der sozialen Alltagspraxis. Darüber hinaus wird untersucht, wie das Geschlecht bei der Herausbildung neuer Ungleichheiten mit anderen Faktoren wie zum Beispiel „Klasse“, Bildung, ethnischer Identität und Alter verwoben ist. Ebenso wird untersucht, wie durch die die zunehmende Integration der Dayak Benuaq in neue Wirtschaftssysteme Geschlechteridentitäten, Geschlechterrollen und Geschlechterverhältnisse kontextabhängig und situativ unterschiedlich ausgehandelt werden.

 

Poverty and Decentralization in East Kalimantan

Dissertationsprojekt (2003- 2009) mit Feldforschung in Indonesien

Meine Dissertationsforschung war ein integraler Bestandteil des Forschungsprojekts “Making Local Government more Resposive to the Poor: Developing Indicators and Tools to Support Sustainable Livelihood under Decentralisation”, das von CIFOR (Centre for International Forestry Research) in Zusammenarbeit mit der Universität Freiburg durchgeführt wurde. Am Beispiel der Dayak Benuaq habe ich untersucht, welche Auswirkungen die regionale Autonomie auf die Lebenssituation von waldabhängigen Gemeinschaften in den Randgebieten Indonesiens hat. Aus dem Projektkontext heraus ergab sich des Weiteren die Frage nach indigenen Konzepten von Armut und wellbeing sowie nach Möglichkeiten, die Multidimensionalität von Armut zu erfassen.

 

Ressourcenwahrnehmung und Bodenrecht der Dayak Benuaq in Ost Kalimantan Magisterprojekt (2001-2003) mit Feldforschung in Indonesien

Meine Magisterforschung untersuchte die Ressourcenwahrnehmung und das Bodenrecht der Dayak Benuaq in Ost Kalimantan. Im Zentrum der Untersuchung standen die Verbindung von Mensch und Umwelt, die Darstellung von unterschiedlichen Ressourcenkategorien und der Erwerb und Transfer von Rechten an Boden, Pflanzen und einzelnen Bäumen.

Lehrveranstaltungen (Auswahl)

SoSe 2017: Empirische Anwendung ethnologischer Methoden (Übungsforschung zum Thema "Zukunft gestalten – Zukunft imaginieren")

SoSe 2017: Masterseminar: Ethnologische Methoden - Partizipative Methoden

SoSe 2016: Marginalität, Exklusion und Remoteness in Südostasien

WS 2015/16: Einführung in die ethnologische Geschlechterforschung

WS 2015/16: Kontinuität und Wandel: Vergleichende Kulturforschung im Raum Südostasien

Publikationen (Auswahl)

(in press) Men, Women and Environmental Change: The Gendered Face of Development in Kalimantan, Indonesia. Contribution to the forthcoming Special Issue: Contested Development – Environmental Transformations, Ethnicity and Gender in Indonesia and Beyond at the Austrian Journal of South-East Asian Studies (ASEAS) edited by Martina Padmanabhan, Kristina Großmann and Suraya Afiff.

2017a (zusammen mit Martin Rössler und Anna-Teresa Grumblies) (eds). Rethinking Power Relations in Indonesia: Transforming the Margins. London: Routledge.

2017b (zusammen mit Martin Rössler und Anna-Teresa Grumblies). Introduction: Contesting and Reformulating Power Relations in Indonesia`s Outer Islands. In: Michaela Haug, Martin Rössler and Anna-Teresa Grumblies (eds). Rethinking Power Relations in Indonesia: Transforming the Margins. London: Routledge.

2017c. Rich Regency – Prosperous People? Decentralization, Marginality and Remoteness in East Kalimantan. In: Michaela Haug, Martin Rössler and Anna Teresa Grumblies (eds). Rethinking Power Relations in Indonesia: Transforming the Margins. London: Routledge.

2017d (zusammen mit Cathrin Arenz, Stefan Seitz und Oliver Venz) (eds). Continuity under Change in Dayak Societies. Edition Centaurus - Sozioökonomische Prozesse in Asien, Afrika und Lateinamerika. Wiesbaden: Springer.

2014a. Resistance, Ritual Purification and Mediation: Tracing a Dayak Community's Sixteen- Year Search for Justice in East Kalimantan. The Asia Pacific Journal of Anthropology 15(4), pp. 357-375.

2014b. Disputed Normativities and the Logging Boom in Kutai Barat: Local Dynamics During the Initial Phase of Regional Autonomy in East Kalimantan, Indonesia. Paideuma 60, pp. 89-113.

2014c. What Makes a Good Life? Emic Concepts of ‘Wellbeing’ and ‘Illbeing’ among the Dayak Benuaq in East-Kalimantan, Indonesia. In: Thomas Stodulka and Birgitt Röttger-Rössler (eds). Feelings at the Margins: Dealing with Violence, Stigma and Isolation in Indonesia. Frankfurt and New York: Campus, pp. 30-52.

2012 (zusammen mit Cathrin Bullinger). In and Out of the Forest: Decentralisation and Recentralisation of Forest Governance in East Kalimantan, Indonesia. ASEAS – Austrian Journal of South-East Asian Studies (5)2, pp. 243-262.

2010. Poverty and Decentralisation in East Kalimantan: The Impact of Regional Autonomy on Dayak Benuaq Wellbeing. Centaurus: Freiburg.