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Gastwissenschaftler im Dialog

Tim Ingold (2013)

2013 bot sich die Möglichkeit, Tim Ingold (Aberdeen) zu einem Gastaufenthalt an der Universität zu Köln einzuladen. In einem intensiven Lektüreseminar wurden vorab die theoretische Entwicklung von Ingolds Thesen nachgezeichnet und Fragen hierzu besprochen und notiert. Drei Blocktermine widmeten sich je einem Themenkomplex:

  • Ingolds konzeptionellen Zugängen zur Ethnologie,
  • seine Arbeiten zu Mensch-Umwelt-Beziehungen,
  • seine Beiträge zur Sinnesethnologie.

Im Rahmen dieser Veranstaltungen wurden auch wissenschaftsgeschichtliche Voraussetzungen wie die Existenzphilosophie oder aktuelle Auseinandersetzungen von Ingold (beispielsweise mit Howes und Descola) vermittelt. 

Durch diese Vorbereitung waren die Studierenden in der Lage, anspruchsvolle Rückfragen, kontroverse eigene Positionen und methodische Unklarheiten im Workshop mit Tim Ingold gezielt zu adressieren. Der Workshop widmete sich somit den verschiedenen studentischen Anliegen, die sich in der Auseinandersetzung mit Ingolds Texten für die Teilnehmenden herausgebildet hatten. 

Die Studierenden hatten so die Gelegenheit, wissenschaftliche Debatten selbständig zu gestalten und nicht nur nachzuvollziehen. Im Rahmen des Besuchs konnten Sie Ingold nicht nur als Wissenschaftler, sondern auch im persönlichen Umgang kennen lernen.

Audioausschnitt aus dem Workshop

Topthemen

  • Tim Ingold beim Workshop mit Studierenden.

  • Die Teilnehmer des Workshops in der Diskussionsrunde mit Tim Ingold.

  • Im Lektüreseminar haben sich die Studierenden intensiv mit Ingolds Schaffen befasst.

  • Tim Ingold hielt den Gastvortrag "To human is a verb".

Aus den Feedbacks der Teilnehmenden 

"Das intensive Arbeiten auf ein konkretes Ziel – also die Begegnung mit Tim im Workshop – hin war manchmal anstrengend, aber sehr produktiv."

"Weil mehrere Lehrpersonen ihre eigenen Erfahrungen und Zugänge zu Ingolds Arbeiten einbrachten, habe ich mich eingeladen gefühlt, selbst intensiv über Ingolds Ideen nachzudenken und mir eine fundierte eigene Meinung zu bilden."

"Im Seminar und im Workshop war es ausdrücklich erwünscht, die bearbeiteten Theorien zu hinterfragen. Zugleich hat mich Tim menschlich beeindruckt. Es ist etwas anderes, ob man nur Texte liest und Vorträge hört, oder ob man ein direktes Gespräch mit dem Autor führen kann."

"Als ich gehört habe, dass auch jemand wie Tim Ingold nicht von sich selbst erwartet, auf alle großen ethnologischen Themen eine kluge Antwort zu haben, hat mich das ermutigt. Ich habe aus dem Seminar ein neues Interesse mitgenommen, mich mit Ethnologie auseinanderzusetzen und selbst ethnologisch zu forschen."